
Sanremo 2010 - Logo, © rai.it
Der dritte Tag des 60. Festival della canzone italiana di Sanremo hätte eigentlich ein wenn nicht angenehmer, dann doch zumindest kurzer Abend werden können: Doch es kam alles anders und alles viel, viel schlimmer:
Dabei begann der Abend ganz harmlos mit dem Wettbewerb der fünf an die vorigen Tagen heraus gewählten Titeln. Die Künstler waren angehalten, dass sie das Arrangement des Songs verändern und so hörte man die Song-Nieten in leicht veränderter Fassung, meistens hatten man sich einige “Gäste” dazugeholt, die dann mitträllern durften. Es war grauenvoll, wirklich grauenvoll, wie die abgehalterten Säcke (Toto, Pupo, Nino) und die untalentierten Mädchenschwärmen (Valerio, Sonohra) sich auf der Bühne mit den Tönen abmühten. Den absoluten Tiefpunkt markierte der ewige Schlagerpimpf Pupo (zu Deutsch: Kind, im übertragenen Sinn von der Kleine (das stimmt°) oder der Niedliche (das stimmt nicht!!)), der mit dem letzten italienischen Kronprinzen Emanuele Filiberto das unerträgliches Liedchen “Italia, amore mio” trällerte, in dem es nur vor Stolz, Nation, Religion, Gerechtigkeit und dem ganzen Sermon wimmelt.
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Kurz bevor ich gleich mich in die Schlacht stürzte und mir den dritten Abend des 60. Festival della canzone italiana di Sanremo antue, schnell noch ein Bericht über den gestrigen zweiten Abend, der sich musikalisch besonders üppig gestaltete: Insgesamt 17 Titel im Wettbewerb (12 “Big”, 5 “Giovani”) konnte man gestern in voller Länge hören, dazu Gäste mit Liedchen (drei hässliche Jugendliche, die als Knödeltenöre auftreten), die im italienischen Fernsehen unvermeidlichen Tanzeinlagen (oh, wie ich es hasse, wenn Moderatorinnen die es offenbar nicht sonderlich können, einen Nummer mittanzen und sich danach gehaben, als hätten sie die Weltmeisterschaft der lateinamerikanischen Tänze gewonnen…) dazu Werbung, Witzchen und das übliche Blabla.
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Die 60. Ausgabe des Festivals der italienischen Musik in Sanremo, kurz “Sanremo 2010″ ist eigentlich kein schlechter Anlass, um das seit zwei Monaten brach liegende Italienblog wieder mit Leben zu füllen. Ich schreibe eigentlich, denn anders als in den vergangenen Jahren, wo ich in meinem “Hauptblog” auf uergsel.de ausführlich über das einwöchige Musik- und Medienspektakel berichtet habe, fehlt mir in diesem Jahr die rechte Motivation die minutiöse Berichterstattung der letzten Jahre zu wiederholen. Und der gestrige Eröffnungsabend hat, trotz aller Bemühungen das Festival wieder neu zu beleben (und zu erfinden), nicht dazu beigetragen, meine Chronistenlust anzustacheln.
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