Am Karfreitag habe ich euch ja schon in einem kurzen Video den Cantautore Roberto Billi an Herz gelegt. Zum heutigen Feiertag möchte ich euch, quasi als musikalische Begleitung für den Feiertag, seine zwei Alben “Diario di un equilibrista” (Tagebuch eines Seiltänzers) und “Modernamente demodé” (Modern altmodisch) wärmstens ans Herz legen. Beide sind bereits 2008 erschienen (ein neues Album namens “MalinComico” ist in Vorbereitung) und beide stehen zum kostenlosen Download (als MP3s) im Downloadbereich seiner Homepage bereit.
Italienischsprachige Musik hat in Italien einen besonderen Stellenwert, zum einen, weil es um die Fremdsprachenkenntnisse der Italiener meistens düster bestellt ist, zum anderen weil sich die populären Musik mit italienischsprachigen Texten auf eine lange Tradition berufen kann. Es waren die frühen Dichter des Dolce Stil Novo, die ihre Lyrik schon im späten Mittelalter und in der anbrechenden Renaissance nicht einfach nur vortrugen, sondern sangen. Dante hat seine frühen Werke tatsächlich gesungen, wenn gleich es um seine Sangeskünste wohl nicht so gut bestellt gewesen sein muss (ich finde leider das Spottgedicht über seinen Gesang nicht mehr, wenn es mir doch noch in die Hände fällt, reiche ich es nach). Den Rest des Eintrages lesen »
Das prestigeträchtige Musikblog Boing Boing hat in einem seiner letzten Artikel einen neuen Helden entdeckt: Adriano Celentano. Gegenstand der Betrachtung ist sein Song “Prisencolinensinainciusol” aus dem Jahre 1972, dessen Text ausschließlich in einer Art Pseudo-Englisch gesungen ist. Interessant ist, dass Celentano von den Kommentatoren des Blogartikels sogar als Vorläufer der Rapmusik (!) gepriesen wird. In der Tat ist die Nummer einer der allercoolsten Nummern des musikalischen Querkopfs und sehr funky; man beachte auch bitte die Choreographie.
Schade, dass Celentano in Deutschland vor allem wegen seiner unsäglichen und unsäglich synchronisierten Filme wahrgenommen wird (und bestenfalls als der Sänger von “Azzurro”). Celentanos Popmusik gehört zum ureigensten, was die italienische Musikszene zu bieten hat. Der Typ ist seit über 50 Jahren eine Institution in der italienischen Musik und hat zahlreichen Künstlern auf den Weg geholfen. Ohne Celentano wäre der Rock’n'Roll und alles, was danach kam nicht nach Italien gelangt.