Posts Tagged “Pop”

Logo Sanremo 2012 (c) rai.itEine der größten Enttäuschungen des 62. Festival della Canzone Italiana aka. Sanremo 2012 war wohl die Nachwuchs-Sektion, jetzt trendy umbenannt in Sanremo Social unter halbherziger Einbindung von Facebook. Die vorgestellten acht Nummern waren zum größten Teil erschreckend bieder und belanglos, die jungen Hüpfer eher mäßig talentiert und durch das aufgeblasene Konzept der Sanremo-Woche wurden die Nachwuchs-Acts, einst der ganze Stolz des Festivals, völlig an den Rand gerückt. Mir ist es unverständlich, wieso die arrivierten Acts ihre Songs x-mal präsentieren dürfen, während für die Hälfte der Nachwuchskünstler das Festival nach dem ersten Auftritt beendet ist, weil jeweils zwei Acts in einem ‘Battle’ gegeneinander antreten. Doofe Regeln, die belegen, dass es bei Sanremo gar nicht mehr um die Musik geht, sondern um das Lancieren von neuen Platten arrivierter Künstler, die von Plattenfirmen gerade promotet werden.

Bei Sanremo Social hatten offenbar dieses Jahr die kleinen Mädchen die flinkesten Finger beim Televoting (wie generell bei Casting-Shows wohl der Wähler-Anteil der jungen Mädchen überdurchschnittlich ist), denn es wurden vorzugsweise ‘süße Jungs’ gewählt, deren Lieder zwar mäßig waren, die aber dafür über die aktuelle Justin-Bieber-Frisur verfügten.
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Logo Sanremo 2012 (c) rai.itDie vielleicht größte Überraschung des 62. Festival della Canzone Italiana aka. Sanremo 2012 war für mich die Sängerin Arisa. Ich hatte die junge Süditalienerin als äußerst skurrile, aber wirklich nicht sonderlich geschmackssichere, teilweise sogar extrem nervtötende Interpretin nichtssagender, auf altmodisch getrimmter Ohrwurm-Lieder kennengelernt. Beim Publikum kam sie damit allerdings ziemlich gut an: Sie hatte bei Sanremo 2009 den Nachwuchswettbewerb mit einer elend nervigen Nummer gewonnen und wusste sich im Folgejahr bei den Big mit einer ähnlich gearteten Nummer ebenfalls gut in Szene zu setzen. Vielleicht bin ich zu alt für diese Art von Ironie? Ich fand sie in Vergangenheit auf jeden Fall ziemlich schrecklich.
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Am Karfreitag habe ich euch ja schon in einem kurzen Video den Cantautore Roberto Billi an Herz gelegt. Zum heutigen Feiertag möchte ich euch, quasi als musikalische Begleitung für den Feiertag, seine zwei Alben “Diario di un equilibrista” (Tagebuch eines Seiltänzers) und “Modernamente demodé” (Modern altmodisch) wärmstens ans Herz legen. Beide sind bereits 2008 erschienen (ein neues Album namens “MalinComico” ist in Vorbereitung) und beide stehen zum kostenlosen Download (als MP3s) im Downloadbereich seiner Homepage bereit.


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Italienischsprachige Musik hat in Italien einen besonderen Stellenwert, zum einen, weil es um die Fremdsprachenkenntnisse der Italiener meistens düster bestellt ist, zum anderen weil sich die populären Musik mit italienischsprachigen Texten auf eine lange Tradition berufen kann. Es waren die frühen Dichter des Dolce Stil Novo, die ihre Lyrik schon im späten Mittelalter und in der anbrechenden Renaissance nicht einfach nur vortrugen, sondern sangen. Dante hat seine frühen Werke tatsächlich gesungen, wenn gleich es um seine Sangeskünste wohl nicht so gut bestellt gewesen sein muss (ich finde leider das Spottgedicht über seinen Gesang nicht mehr, wenn es mir doch noch in die Hände fällt, reiche ich es nach). Den Rest des Eintrages lesen »

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Das prestigeträchtige Musikblog Boing Boing hat in einem seiner letzten Artikel einen neuen Helden entdeckt: Adriano Celentano. Gegenstand der Betrachtung ist sein Song “Prisencolinensinainciusol” aus dem Jahre 1972, dessen Text ausschließlich in einer Art Pseudo-Englisch gesungen ist. Interessant ist, dass Celentano von den Kommentatoren des Blogartikels sogar als Vorläufer der Rapmusik (!) gepriesen wird. In der Tat ist die Nummer einer der allercoolsten Nummern des musikalischen Querkopfs und sehr funky; man beachte auch bitte die Choreographie.


Schade, dass Celentano in Deutschland vor allem wegen seiner unsäglichen und unsäglich synchronisierten Filme wahrgenommen wird (und bestenfalls als der Sänger von “Azzurro”). Celentanos Popmusik gehört zum ureigensten, was die italienische Musikszene zu bieten hat. Der Typ ist seit über 50 Jahren eine Institution in der italienischen Musik und hat zahlreichen Künstlern auf den Weg geholfen. Ohne Celentano wäre der Rock’n'Roll und alles, was danach kam nicht nach Italien gelangt.

Gibberish rock song written by Italian composer to sound like English

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