Am Karfreitag habe ich euch ja schon in einem kurzen Video den Cantautore Roberto Billi an Herz gelegt. Zum heutigen Feiertag möchte ich euch, quasi als musikalische Begleitung für den Feiertag, seine zwei Alben “Diario di un equilibrista” (Tagebuch eines Seiltänzers) und “Modernamente demodé” (Modern altmodisch) wärmstens ans Herz legen. Beide sind bereits 2008 erschienen (ein neues Album namens “MalinComico” ist in Vorbereitung) und beide stehen zum kostenlosen Download (als MP3s) im Downloadbereich seiner Homepage bereit.
Mit den besten Wünschen für ein wundervolles, hoffentlich frühlingshaft-warmes Oster-Wochenende stelle ich euch heute den Cantautore Roberto Billi aus Rieti vor. Seine originellen, witzigen und gut komponierten Stücke finden sich in den letzten Wochen immer häufiger in meiner Playlist.
Bevor ich euch am Ostersonntag seine Musik noch etwas genauer vorstelle, stellt er sich und sein Leben in diesem kurzen, sympathischen Clip selbst vor.
Italienischsprachige Musik hat in Italien einen besonderen Stellenwert, zum einen, weil es um die Fremdsprachenkenntnisse der Italiener meistens düster bestellt ist, zum anderen weil sich die populären Musik mit italienischsprachigen Texten auf eine lange Tradition berufen kann. Es waren die frühen Dichter des Dolce Stil Novo, die ihre Lyrik schon im späten Mittelalter und in der anbrechenden Renaissance nicht einfach nur vortrugen, sondern sangen. Dante hat seine frühen Werke tatsächlich gesungen, wenn gleich es um seine Sangeskünste wohl nicht so gut bestellt gewesen sein muss (ich finde leider das Spottgedicht über seinen Gesang nicht mehr, wenn es mir doch noch in die Hände fällt, reiche ich es nach). Den Rest des Eintrages lesen »
Vielleicht wissen einige meiner Leser, dass ich mich beruflich mit Musik auseinandersetze, selbstverständlich nicht nur, aber auch mit italienischer Musik (nein, nicht nur wenn Sanremo ist – keine Sorge ). Heute bin ich über einen waschechten Cantautore aus Zürich gestolpert: Peer Seemann heißt der Signore und auf seinem zweiten Solo-Album »Partenza« erzählt er Geschichten aus zehn Orten, von der Nordsee bis zum Mittelmeer, eine Reise quer durch Europa. Aufgenommen wurde das Album in einem der Epizentren der italienischen Cantautori-Szene, in den Fonoprint Studios in Bologna, die niemand geringerem als Lucio Dalla gehören.
Auf seiner Homepage kann man ausführlich in alle Songs des Albums in voller Länge hineinhören, außerdem die Texte auf Italienisch und in deutscher Übersetzung mitlesen.
Ich habe nur kurz reingehört, kann euch aber jetzt schon garantieren: Peer Seemann ist nicht nur ein Kuriosum, sondern auch als Cantautore ein echter Geheimtipp, der seinen Kollegen mit italienischem Pass in nichts nachsteht. Seine Texte sind filigran, sein Gesang klar und deutlich, die Arrangements schlicht und melancholisch.
Der sizilianische Cantautore Franco Battiato gehört gewiss nicht zu jenen Cantautori, die sich üblicherweise in die Tagespolitik einmischen. Dennoch ist Battiatos kritische Sicht auf die Entwicklungen in den modernen Gesellschaften hinlänglich bekannt. Umso erstaunlicher ist es, wenn der “Philosoph” unter den italienischen Sängern und Textern in einem neuen Song geradezu ätzende Kritik unverhohlen an die (derzeitigen) Machthaber in Italien richtet. Der Song “Inneres Auge” (ja, der Titel hat tatsächlich einen deutschen Namen, ist aber größtenteils auf Italienisch) nimmt direkt Bezug auf den moralischen Niedergang der Mächtigen, also Berlusconi und seine Politikerkaste, die ohne Skrupel ihre Macht für private Zwecke missbrauchen. “Inneres Auge” ist das vorab auf XL Repubblica veröffentliche Titelstück und die Vorab-Single des am 13. November erscheinenden Albums “Inneres Auge – Il tutto è più della somma delle sue parti” (zu Deutsch “Alles und mehr der Summe der zwei Teile”), auf dem neue und alte Titel im neuen Gewand zusammengefasst werden.