Jetzt haben Morandi & Co. bei Sanremo wieder so sehr überzogen, dass ich dieses Mal vor dem Schlafengehen keine Lust habe, meine ausführlichen Notizen hier noch komplett einzugeben. Drum fasse ich schon mal vorab in wenigen Zeilen zusammen, was heute geschehen ist:
1. Gianni Morandi und Elisabetta Canalis sind die schlechtesten Interviewer der Welt, die die beiden langweiligsten Interviews der Welt mit Monica Bellucci und Robert De Niro geführt haben – Gott war das belangloses und unprofessionelles Gequatsche.
2. Take That mit einem erkälteten und vielleicht nicht ganz nüchternen Robbie Williams waren live grausam schlecht. Das war alles andere als schön mitanzuhören, was die fünf Ex-Knäblein da zum Besten gaben. Stellenweise waren Robbies Parts geradezu erschreckend falsch und unsauber. Die Band hatte möglicherweise Audioprobleme auf der Bühne; auf jeden Fall gelang es dem Toningenieur nicht, die Stimmen korrekt für den Audiomix abzumischen. Williams war stets viel zu laut, Barlow zu leise, die anderen geradezu unhörbar. Das war kein Ruhmesblatt der italienischen Fernsehunterhaltung.
3. Wettbewerb gab es heute auch (dazu morgen vielleicht mehr): Bei den Big sind Tricarico und Max Pezzali nun herausgewählt worden. Beide konnten mit ihrer Duett-Variante (die bei beiden kein Duett war, dazu morgen mehr) nicht überzeugen (OK, das haben andere auch nicht) und werden am morgigen Finalabend nicht mehr teilnahmen. Somit stehen als 10 endgültige Finalisten folgende Künstler und Songs fest:
- Luca Barbarossa & Raquel del Rosario – Fino in fondo
- La Crus – Io confesso
- Anna Tatangelo – Bastardo
- Giusy Ferreri – Un mare immenso
- Luca Madonia con Franco Battiato – L’alieno
- Nathalie – Vivo sospesa
- Roberto Vecchioni – Chiamami ancora amore
- Davide van de Sfroos – Yanez
- Al Bano – Amanda è libera
- Modà con Emma – Arriverà
Damit haben die beiden Titel, die gestern aus den zwischenzeitlich herausgewählten Titeln wieder in den Wettbewerb gewählt worden (puh, das klingt kompliziert), also die von Anna Tatangelo und von Al Bano, das Finale erreicht. Der vermeintliche Nachteil hat sich somit in einen Vorteil verwandelt. Beide Titel rechne ich morgen auch zum erweiterten Favoritenkreis, zumindest wenn ich die Publikumsreaktion im Ariston als Gradmesser nehme.
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4. Eine einstimmige Entscheidung fiel in puncto Giovani: Hier wurde der jazzig-swingende Raphael Gualazzi einstimmig vom Televoting, den Musikern und den wichtigsten Radiostationen als Sieger gekürt. Zweite wurde meine heimliche Favoriten Micaela, danach folgten das Schwiegersöhnen Roberto Amadè auf Platz 3 und die überaus langweilige Serena Abrami auf dem vierten Platz (die anderen vier Giovani waren bereits in der ersten Runde ausgeschieden). Gualazzi ist vielleicht sogar jemand, der sich auf längere Sicht etablieren könnte, auch die kleine Micaela könnte sich in der Szene langsam, aber sich einen Namen erarbeiten. Für alle anderen Teilnehmer der diesjährigen Sanremo-Giovani-Sektion sehe ich schwarz: Das könnte sehr mühsam werden, eine Karriere als Berufsmusiker anzustreben.