Archiv für die Kategorie: “Panorama”

Nachrichten aus Italien

Silvio Berlusconi ist heute Nachmittag nach einer ruhigen Nacht aus dem Krankenhaus entlassen worden. An Nase und Wange bandagiert, hat er seine Lust an der rhetorischen Selbstinszenierung offenbar nicht verloren: »Wenn sich nun der Ton ändert, sind meine Schmerzen nicht umsonst gewesen.«

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In Italien ist die Schlammschlacht nach dem tätlichen Angriff auf den Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in vollem Gang. Der Fraktionsvorsitzender des Popolo della Libertà Fabrizio Cicchitto spricht von einem »Netzwerk des Hasses« und einer »Hasskampagne, angestiftet von der Espresso-Repubblica-Verlagsgruppe«. Parlamentspräsident (und Parteifreund) Gianfranco Fini hat diese Äußerung als geradezu »brandstiftend« verurteilt. Dafür hagelte es nicht wenig Kritik von seinen Parteifreunden und dem Koalitionspartner Lega Nord.

Cicchitto führte weiter aus, dass neben diesem Netzwerk des Hasses vor allem Antonio Di Pietro (Italia dei Valori) und Teile des Partito Democratico die Situation offenbar ausnutzen wollten, um die »politische Auseinandersetzung in eine Art kalten Bürgerkrieg« verwandeln wollen.

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Dass Silvio Berlusconi von einem offenbar geistig verwirrten Mann heute Abend in Mailand am Rande einer Parteiveranstaltung angegriffen wurde, ist selbst den Italien-scheuen deutschen Medien eine Schlagzeile wert. Berlusconi wurde von dem Mann mit einem harten Gegenstand, angeblich einer Miniaturausgabe des Mailänder Doms, angegriffen: Ein harter Schlag ins Gesicht und eine nicht zu übersehende Wunde an der Lippe haben den Ministerpräsidenten viel Blut gekostet. Der 42-jährige Täter soll bisher unbescholten gewesen sein, in letzter Zeit allerdings wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen sein. Welche Motive er für seine Tat hatte, sind unklar.

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Öffentliches Musikhören soll in Italien doppelt kosten

Öffentliche Musik soll in Italien nun (doppelt) kosten

Nicht nur die deutsche berühmt-berüchtige GEZ und die umstrittene GEMA kommen auf die abenteuerlichsten Ideen, um beim Konsumenten so oft und so viel wie möglich abzukassieren, auch in Italien schlägt die Unterhaltungsindustrie aufgrund der Krise verwunderliche Kapriolen.

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Berlusconi Rockstar

Rolling Stone Italia, 12-09 // Bild © Rolling Stone

Der italienischen Ausgabe des Musikmagazins Rolling Stone hat mit ihrer heute erscheinenden Dezember-Ausgabe offenbar ein Überraschungscoup gelandet, wählte sie doch den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zum “Rockstar des Jahres”.

In einem Kommuniqué zur einstimmigen Wahl der Redaktion heißt es: »Die Entscheidung Silvio Berlusconi zum “Rockstar des Jahres” zu küren, wurde von der Redaktion aufgrund der Fähigkeit des Cavaliere getroffen, wie kein anderer im Rampenlicht zu bleiben und aufgrund seines Lebensstils, würdig eines wahren Rockstars«. Und der Chefredakteur Carlo Antonelli präzisiert zum Lebensstil Berlusconis »Die Rod Stewarts, die Brian Jones, die Keith Richards der goldenen Ära waren Anfänger im Vergleich; die “Neverland-Ranch” von Michael Jackson ist nur eine kleine Dachstube im Vergleich zur Villa Certosa usw.«

Silvio Berlusconi stach bei der Wahl sowohl den US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama, als auch den Papst Benedikt XVI.  alias Joseph Alois Ratzinger.

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Der Täter, der in einem Problemviertel Sanità in Neapel einen kleinen Geschäftsmann kaltblütig und quasi im Vorbeigehen getötet hat, ist dank des Videos, das zufällig von der Tat entstand, identifiziert worden. Das Video der menschenverachtenden Hinrichtung des kleinen Ladenbesitzers Mariano Bacioterracino hatte in Italien für Entsetzen gesorgt, weil es die alltägliche Gewalt in der süditalienischen Metropole eindrucksvoll ins italienische Bewusstsein projizieren konnte, wie für Italien fast zwingend notwendig, in (Fernseh-) Bildern. Nun scheint es, als ob der Täter anhand der Bilder identifiziert worden ist, die Polizei ließ jedoch mitteilen, dass er bisher noch nicht gefasst werden konnte.

Der Fall hatte die x-te Debatte über die zunehmende Gewalt in Neapel ausgelöst, doch außer den üblichen Lippenbekenntnissen von Politikern, die ein hartes Durchgreifen versprechen, ist nichts Konkretes herausbekommen. Die tiefe Verwurzelung der organisierten Kriminalität in weiten Teilen Süditaliens, in der Wirtschaft und in der Mentalität der Menschen dort, bleibt ein ungelöstes Problem, an dem bisher alle Regierungen gescheitert sind und an dem, außer zu solch spektakulären Anlässen, kaum ernsthaft gearbeitet wird. Polizei und Justiz werden mit einem übermächtigen Gegner konfrontiert, der sich tief in das Bewusstsein der Menschen Süditaliens festgesetzt hat, gerade in Neapel.

Napoli, identificato il killer del video auf corriere.it

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Eigentlich habe ich in diesen Tagen sehr wenig Zeit, um die neuesten Ereignisse in Italien zu verbloggen (obwohl ich zumindest Teile davon unbedingt verbloggen muss, weil ich sie für wichtig erachte), aber ein kurzes Zitat von Silvo Berlusconi fiel mir dann heute doch bei meiner täglichen Lektüre der italienischen Websites ins Auge:

»La cosa migliore è essere amati e io faccio di tutto per essere amato, non solo dai media ma da tutti. Io sono troppo buono e giusto e vorrei che me lo riconoscessero.«

oder auf Deutsch:

»Das Beste ist es geliebt zu werden und ich mache alles, um geliebt zu werden, nicht nur von der Presse, sondern von allen. Ich bin zu gut und gerecht und ich würden mir wünschen, dass man dies anerkennen würde.«

Dem ist nichts hinzu zu fügen, n’est-ce pas?

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