Archiv für die Kategorie: “Panorama”

Nachrichten aus Italien

In wenigen Tagen geht es gen Italien und ich werde versuchen via UMTS auch dort online zu bleiben. Wie ich bereits in dem vorigen Artikel beschrieben habe, werde ich mir eine italienische SIM-Karte besorgen, einen entsprechenden Prepaid-Tarif buchen und hoffentlich eine leidlich gute Verbindung haben. Da ich auf meinem Netbook kein Windows benutze sondern Linux, genauer gesagt Ubuntu 10.04 (Lucid Lynx) im Netbook Remix, nehme ich zur Sicherheit auch die Verbindungsdaten (APN-Daten) für die vier italienischen Mobilfunk/UMTS-Netze mit – die Provider bieten ja, wenn überhaupt, nur Software für Windows oder Mac an. Mir wurde zwar versichert, dass das Netzwerk-Center diese Daten kennt, aber – sicher ist sicher :-)

Vielleicht mag der eine oder andere Leser hier diese Daten auch “zur Sicherheit” mitnehmen? Hier sind auf jeden Fall die Ergebnisse meiner Recherchen, die ich gerne hier veröffentliche. Natürlich ohne Gewähr, ich habe sie ja auch “aus dritter Hand”.

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Endlich werde ich Ende des Monats wieder nach Italien, genauer gesagt, Sardinien reisen. Nach einer 2-jährigen Pause wurde das Heimweh dann doch zu groß. Es wird zwar nur eine Woche, aber eine Woche ist eben viel viel besser als kein Woche.

Im Urlaub möchte ich – wenn es irgendwie geht – auf Internet nicht verzichten. Da ich eigentlich immer wieder in Italien bin, bietet es sich an, dass ich mir eine italienische SIM-Karte kaufe und via UMTS und Netbook ins Internet gehe. Eine Steuernummer (Codice fiscale) und eine feste italienische Adresse habe ich, also kann ich dort legal eine Karte erwerben, aufladen und nutzen (natürlich auch zum Telefonieren). Prinzipiell gilt: Alle Karten lassen sich auch aus Deutschland über die Kundenverwaltung im Internet mit Kreditkarten/Paypal usw. aufladen – was auch wichtig ist, weil sie nach 6 Monaten Inaktivität abgeschaltet werden können, obwohl sich noch Guthaben auf der Karte befindet! (Tipp: Alle paar Monate das Telefon benutzen, sich selbst eine SMS an die dt. Nummer schicken o.ä.).
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Was in den deutschen Zeitungen (bisher?) nur langsam auf den Titelseiten zu finden ist (Ausnahme: Lokalzeitungen aus dem Hannoveraner Raum) ist bei der Repubblica auf der ersten Seite gelandet: Nach einem Streit über die Zahl der Weltmeistertitel, die Italien im Fußball gewonnen hat (es sind vier: 1934, 1938, 1982 und 2006), wurden zwei italienische Einwanderer in Hannover von einem Deutschen erschossen. Der war nach dem Streit (er wollte die vier Titel nicht glauben) aus einem Lokal gerannt und war mit einer Waffe zurückgekehrt und tötete die beiden durch Schüsse aus kurzer Distanz. Die Polizei hat ein Foto des Täters veröffentlicht und die Fahndung eingeleitet.

Was mich am meisten an diesem Fall erschüttert ist freilich der Anlass. Schon seit der letzten WM habe ich selbst in meinem Freundeskreis beobachtet, dass Fußball ein Thema ist, das man als Italiener unter Deutschen besser nicht anspricht. Die deutschen Fußballfans fühlen sich immer noch um den Titel “betrogen” (Zur Erinnerung: Der Schlüsselspieler der dt. Nationalmannschaft Torsten Frings war fürs Halbfinale nach seiner eher misslungenen Box-Einlage gegen einen argentinischen Spieler im Viertelfinale gesperrt; der italienische Verband hatte die Tätlichkeit angezeigt und vor das Sportgericht gebracht) und reagieren sehr allergisch darauf, wenn man sie auf den Ausgang der WM anspricht. Dass Italien durch eine geschlossene Mannschaftsleistung und eine gute taktische Ausrichtung und natürlich auch durch Glück Weltmeister geworden ist, will man nicht hören. Deutschland ist der “wahre Weltmeister” des sogenannten Sommermärchens, Italiens ist der böse Spielverderber. So wurde es auch von der Boulevard-Presse aufgebaut und gepflegt. Dazu wurden dann noch einmal alle Fälle aus der Vergangenheit in Erinnerung gerufen, wo Italien angeblich Deutschland beim Fußball “betrogen” hat. Der jüngst veröffentlichte Anti-Italien-Song ist nur eine geschmacklose Variante, wie aus der Rivalität der beiden größten europäischen Fußballnationen offene Feindschaft geworden ist, spätestens unter Alkoholeinfluss fallen da schnell Hemmungen weg.Natürlich wird nicht jeder gleich handgreiflich oder gar zum Mörder, aber die Stimmung zwischen Deutschen und Italienern ist während dieser WM spürbar schlechter geworden. Die Häme nach dem frühen (und verdienten) Aus der Italiener war schon überdurchschnittlich und es schwang wirklich mehr Verachtung darin, als angemessen gewesen wäre.

Mir macht das Sorgen. Italiener und Deutsche leben ja seit den 1960er Jahren relativ problemlos miteinander, die italienische Gemeinschaft gilt als gut integriert. Trotzdem keimen immer wieder Ressentiments und Anfeindungen auf beiden Seiten auf, die klar machen, dass es noch viel zu tun gibt zwischen Italienern und Deutschen. Ich würde mir wünschen, diese beiden tragischen Todesfälle (wegen Fußball!!!) wären ein guter Anlass, dass sich Deutsche und Italiener etwas mehr aufeinander zu bewegen, als nur auf kulinarischer Ebene. Deutschland und Italien sind zwei Völker, die viel mehr verbindet als nur die Leidenschaft für Autos und Fußball, für schöne Frauen und gutes Essen. Der Boulevard-Presse, die die Stimmung im Land nicht unwesentlich beeinflusst, kommt dabei (leider) eine Schlüsselrolle zu. Eine objektive Berichterstattung über Italien täte Not, ebenso wie eine klarere Differenzierung zwischen Klischees (Mafia, Pizza, Pasta, Berlusconi vs. Nazis, Würstchen, Bier , Pünktlichkeit und Blondinen) und der Wirklichkeit. Das ist nicht einfach und erfordert echtes Interesse – darum bleibe ich sehr skeptisch, ob sich überhaupt etwas ändern wird.

Ich will hier nicht “den Deutschen” den schwarzen Peter zuschieben. Ich bin sicher, ein in seiner “Nationalehre” gekränkter Italiener wäre zu einer ähnlichen Tat fähig gewesen. Es wäre ja anders herum nicht weniger schlimm. Aber es sollte uns allen zu denken geben.

Hannover, morto il secondo italiano – La polizia pubblica le foto del sospetto auf repubblica.it

Deutscher tötet in Hannover Italiener bei Streit um Fußball auf haz.de

Zweites Opfer gestorben auf ksta.de

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Silvio Berlusconi ist heute Nachmittag nach einer ruhigen Nacht aus dem Krankenhaus entlassen worden. An Nase und Wange bandagiert, hat er seine Lust an der rhetorischen Selbstinszenierung offenbar nicht verloren: »Wenn sich nun der Ton ändert, sind meine Schmerzen nicht umsonst gewesen.«

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In Italien ist die Schlammschlacht nach dem tätlichen Angriff auf den Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in vollem Gang. Der Fraktionsvorsitzender des Popolo della Libertà Fabrizio Cicchitto spricht von einem »Netzwerk des Hasses« und einer »Hasskampagne, angestiftet von der Espresso-Repubblica-Verlagsgruppe«. Parlamentspräsident (und Parteifreund) Gianfranco Fini hat diese Äußerung als geradezu »brandstiftend« verurteilt. Dafür hagelte es nicht wenig Kritik von seinen Parteifreunden und dem Koalitionspartner Lega Nord.

Cicchitto führte weiter aus, dass neben diesem Netzwerk des Hasses vor allem Antonio Di Pietro (Italia dei Valori) und Teile des Partito Democratico die Situation offenbar ausnutzen wollten, um die »politische Auseinandersetzung in eine Art kalten Bürgerkrieg« verwandeln wollen.

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Dass Silvio Berlusconi von einem offenbar geistig verwirrten Mann heute Abend in Mailand am Rande einer Parteiveranstaltung angegriffen wurde, ist selbst den Italien-scheuen deutschen Medien eine Schlagzeile wert. Berlusconi wurde von dem Mann mit einem harten Gegenstand, angeblich einer Miniaturausgabe des Mailänder Doms, angegriffen: Ein harter Schlag ins Gesicht und eine nicht zu übersehende Wunde an der Lippe haben den Ministerpräsidenten viel Blut gekostet. Der 42-jährige Täter soll bisher unbescholten gewesen sein, in letzter Zeit allerdings wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen sein. Welche Motive er für seine Tat hatte, sind unklar.

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Öffentliches Musikhören soll in Italien doppelt kosten

Öffentliche Musik soll in Italien nun (doppelt) kosten

Nicht nur die deutsche berühmt-berüchtige GEZ und die umstrittene GEMA kommen auf die abenteuerlichsten Ideen, um beim Konsumenten so oft und so viel wie möglich abzukassieren, auch in Italien schlägt die Unterhaltungsindustrie aufgrund der Krise verwunderliche Kapriolen.

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