Archiv für die Kategorie: “Musica”
Musik aus Italien: (Nicht immer) Italienischsprachige Musik
OK, machen wir es kurz und wagemutig. Hier mein Tipp für die Top 3 heute Abend – es geht um die Gewinner, ganz bestimmt nicht um meine Präferenzen. Ich glaube folgende Künstler machen die ersten drei Plätze unter sich aus:
- La Crus – Io confesso
- Roberto Vecchioni – Chiamami ancora amore
- Modà con Emma – Arriverà
- Al Bano – Amanda é libera
wobei ich glaube, dass Roberto Vecchioni das Ding wirklich gewinnen könnte. Was ich nicht schlimm fände, wenn das nicht einer der schwächsten Vecchioni-Titel wäre, den ich kenne. Dass ich Nathalie gerne vorne sehen würde, habe ich ja nun wirklich hinlänglich durchschimmern lassen, aber das wird wohl nicht passieren. Und noch etwas: Roberto Vecchioni wird beim Eurovision Song Contest untergehen. Klassische Cantautori sind für ein nicht-italophiles Publikum absolut unattraktiv, gerade wenn man bedenkt, was beim ESC sonst so rumhupst.
Und jetzt ihr…
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Geht es euch auch so, dass ihr auch ein bisschen froh seid, wenn die ganze Chose vorbei ist? Bei mir machen sich doch wirklich einige Ermüdungserscheinungen breit. Die dieses Jahr vorgestellten Songs haben mich en gros wirklich auch nicht bei mehrmaligen Hören überzeugen können und selbst wenn ich meinen eigenen Geschmack einmal außen vor lasse finde ich viele Songs einfach nicht gut gemacht. Da ist einiges sehr Berechnendes von der Stange dabei (Luca Barbarossa, Anna Tatangelo, Al Bano), viel zu Unrecht Gelobtes (Giusy Ferreri, Modà) und vieles, was einfach nicht zünden will (Luca Madonia, Davide van de Sfroos). Ich kann unter den 10 Finalisten mit einiger Mühe nur 2 Titel ausmachen, die ich gelungen finde, nämlich den von Vecchioni (obwohl seine steife, biedere Art dem Song nicht gerade gut tut, er ist sicher nicht der lockerste aller Cantautori) und Nathalie. Und da glaube ich auch fest daran, dass die hübsche Rothaarige deutlich Besseres auf dem Kasten hätte. Der Qualitätsverfall bei Sanremo hat sich auch dieses Jahr fortgesetzt und ein wenig passt das auch zur italienischen Musiklandschaft insgesamt, die seit einigen Jahren nur wenig neue Impulse hat, die sich lieber in Erinnerungen selbst feiert und ansonsten eher von alten Songs und Namen, denn von neuen Talenten lebt.
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Jetzt haben Morandi & Co. bei Sanremo wieder so sehr überzogen, dass ich dieses Mal vor dem Schlafengehen keine Lust habe, meine ausführlichen Notizen hier noch komplett einzugeben. Drum fasse ich schon mal vorab in wenigen Zeilen zusammen, was heute geschehen ist:
1. Gianni Morandi und Elisabetta Canalis sind die schlechtesten Interviewer der Welt, die die beiden langweiligsten Interviews der Welt mit Monica Bellucci und Robert De Niro geführt haben – Gott war das belangloses und unprofessionelles Gequatsche.
2. Take That mit einem erkälteten und vielleicht nicht ganz nüchternen Robbie Williams waren live grausam schlecht. Das war alles andere als schön mitanzuhören, was die fünf Ex-Knäblein da zum Besten gaben. Stellenweise waren Robbies Parts geradezu erschreckend falsch und unsauber. Die Band hatte möglicherweise Audioprobleme auf der Bühne; auf jeden Fall gelang es dem Toningenieur nicht, die Stimmen korrekt für den Audiomix abzumischen. Williams war stets viel zu laut, Barlow zu leise, die anderen geradezu unhörbar. Das war kein Ruhmesblatt der italienischen Fernsehunterhaltung.
3. Wettbewerb gab es heute auch (dazu morgen vielleicht mehr): Bei den Big sind Tricarico und Max Pezzali nun herausgewählt worden. Beide konnten mit ihrer Duett-Variante (die bei beiden kein Duett war, dazu morgen mehr) nicht überzeugen (OK, das haben andere auch nicht) und werden am morgigen Finalabend nicht mehr teilnahmen. Somit stehen als 10 endgültige Finalisten folgende Künstler und Songs fest:
- Luca Barbarossa & Raquel del Rosario – Fino in fondo
- La Crus – Io confesso
- Anna Tatangelo – Bastardo
- Giusy Ferreri – Un mare immenso
- Luca Madonia con Franco Battiato – L’alieno
- Nathalie – Vivo sospesa
- Roberto Vecchioni – Chiamami ancora amore
- Davide van de Sfroos – Yanez
- Al Bano – Amanda è libera
- Modà con Emma – Arriverà
Damit haben die beiden Titel, die gestern aus den zwischenzeitlich herausgewählten Titeln wieder in den Wettbewerb gewählt worden (puh, das klingt kompliziert), also die von Anna Tatangelo und von Al Bano, das Finale erreicht. Der vermeintliche Nachteil hat sich somit in einen Vorteil verwandelt. Beide Titel rechne ich morgen auch zum erweiterten Favoritenkreis, zumindest wenn ich die Publikumsreaktion im Ariston als Gradmesser nehme.
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4. Eine einstimmige Entscheidung fiel in puncto Giovani: Hier wurde der jazzig-swingende Raphael Gualazzi einstimmig vom Televoting, den Musikern und den wichtigsten Radiostationen als Sieger gekürt. Zweite wurde meine heimliche Favoriten Micaela, danach folgten das Schwiegersöhnen Roberto Amadè auf Platz 3 und die überaus langweilige Serena Abrami auf dem vierten Platz (die anderen vier Giovani waren bereits in der ersten Runde ausgeschieden). Gualazzi ist vielleicht sogar jemand, der sich auf längere Sicht etablieren könnte, auch die kleine Micaela könnte sich in der Szene langsam, aber sich einen Namen erarbeiten. Für alle anderen Teilnehmer der diesjährigen Sanremo-Giovani-Sektion sehe ich schwarz: Das könnte sehr mühsam werden, eine Karriere als Berufsmusiker anzustreben.
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Leider zieht es die RAI vor, ihre Videos nicht auf öffentlichen Videoplattformen zugänglich zu machen, sondern auf den eigenen Seiten. Diese Videos kann ich leider nicht ins Blog einbinden, sondern nur darauf verlinken. Die RAI will damit erreichen, dass man ihre Seiten besucht (um die dusselige Werbung darauf ignorieren zu müssen). Zwar gibt es auf Youtube & Co. jede Menge Mitschnitte der vergangenen Abende, diese sind aber rechtlich nicht unproblematisch und ich darf sie nach geltendem Recht nicht ins Blog einbinden oder darauf verlinken. Ich weiß, dass es gängige Praxis in anderen Blogs und Foren ist, die Rechtslage zu ignorieren, das ändert sie allerdings nicht.
Hier also einfach eine Liste mit Links mit den Videos der Highlights des gestrigen Tages (die Links öffnen sich in einem neuen Fenster/Tab):
- Davide van de Sfroos – Viva l’Italia → Video auf rai.it
- Luca Madonia con Franco Battiato – La notte dell’addio → Video auf rai.it
- Nathalie – Il mio canto libero → Video auf rai.it
- Roberto Vecchioni – ‘O surdato ‘nnamorato → Video auf rai.it
- Gianni Morandi – Rinascimento → Video auf rai.it
- Micaela – Fuoco e cenere → Video auf rai.it
- Anna Oxa – La mia anima d’uomo → Video auf rai.it
- Roberto Benigni - L’inno di Mameli → Video auf rai.it
- Luca e Paolo – Gli indifferenti → Video auf rai.it
- Gianni Morandi – Fratelli d’Italia → Video auf rai.it
Alle Videos aller vergangenen Abende (und natürlich später dann auch der kommenden) findet ihr auf der offiziellen Sanremo-Seite der RAI → http://www.sanremo.rai.it unter “Multimedia”
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Zweifelsohne kamen die Highlights am dritten Sanremo-Abend, dem Motto-Abend zur italienischen Einheit, nicht von den Künstlern im Wettbewerb (trotz einiger ordentlicher Beiträge von Nathalie (“Il mio canto libero”), Roberto Vecchioni (“‘O surdatu ‘nnamorato”) und eigentlich auch La Crus (“Parlami d’amore, Mariù”) und einem spannenden Stechen (mit einer umsonst wiedererstarkten Anna Oxa, die eine der besten Performances im gesamten Big-Wettbewerb ablieferte, nach dem sie kurz zuvor noch “O sole mio” total versaut hatte), die Highlights kamen gestern von Roberto Benigni, Gianni Morandi und von den beiden Komikern Luca Bizzarri und Paolo Kessisoglu.
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Halbzeit beim Festival di Sanremo bedeutet irgendwie auch das Einbiegen auf die Zielgeraden. Und ich sage es gleich: Die Highlights setzten an diesem dritten Tag nicht die Teilnehmer, sondern Roberto Benigni, Gianni Morandi und Paolo und Luca mit einer kurzen, ernsten Nummer. Aber darüber schreibe ich erst, wenn ich ausgeschlafen bin. Jetzt lieber mit heißer Nadel zu Ende geschrieben, der “Musikteil”.
Heute gab es gleich drei Aufgaben für das Moderatorenteam und für die am Festival teilnehmenden Künstler. Die erste und wichtigste Aufgabe heute bestand darin, sich selbst, pardon, das 150-jährige Bestehen der italienischen Einheit zu feiern. Das ist zwar historisch nicht korrekt, denn die Einheit Italiens war erst rund zehn Jahre später abgeschlossen, aber immerhin begann die politische Einigung Italiens 1860. Und wenn man nur etwas genauer hinsieht, dann sieht man, dass sie bis heute noch nicht abgeschlossen ist. Aber ich will heute nicht über die Lega Nord und ihre separatistischen Tendenzen schreiben. Die 14 ‘großen’ Künstler, die am Dienstag den Wettbewerb begonnen hatten, haben für heute jeweils eine Cover-Version eines historisch relevanten Songs vorbereitet. Die Auswahl der Titel zeigte dabei die (fast) gesamte Bandbreite der italienischen Musik.
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Gianni Morandi noch hibbeliger und tüddeliger als gestern und des öfteren offensichtlich desorientiert, die beiden Komiker Luca und Paolo heute zahnlos und laaaahm (offenbar haben sie wegen ihres Berlusconi-Songs gestern einen auf den Deckel gekriegt), die beiden Mädels gut, aber mit zum Teil dummen, einstudierten Dialogen. Über Ansy Garcias “Duett” (in Anführungszeichen) mit Gianni Morandi (“Ich möchte, dass Cuba so ein freies Land wird, wie es Italien ist!” – Warum denn Andy, es könnte doch auch richtig frei werden, sagen wir mal wie Schweden oder die Schweiz?) möchte ich lieber nichts sagen.
Let’s talk about music…
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