Archiv für die Kategorie: “Musica”
Musik aus Italien: (Nicht immer) Italienischsprachige Musik
 Peer Seemann und Band - Quelle: peersound.ch
Vielleicht wissen einige meiner Leser, dass ich mich beruflich mit Musik auseinandersetze, selbstverständlich nicht nur, aber auch mit italienischer Musik (nein, nicht nur wenn Sanremo ist – keine Sorge ). Heute bin ich über einen waschechten Cantautore aus Zürich gestolpert: Peer Seemann heißt der Signore und auf seinem zweiten Solo-Album »Partenza« erzählt er Geschichten aus zehn Orten, von der Nordsee bis zum Mittelmeer, eine Reise quer durch Europa. Aufgenommen wurde das Album in einem der Epizentren der italienischen Cantautori-Szene, in den Fonoprint Studios in Bologna, die niemand geringerem als Lucio Dalla gehören.
Auf seiner Homepage kann man ausführlich in alle Songs des Albums in voller Länge hineinhören, außerdem die Texte auf Italienisch und in deutscher Übersetzung mitlesen.
Ich habe nur kurz reingehört, kann euch aber jetzt schon garantieren: Peer Seemann ist nicht nur ein Kuriosum, sondern auch als Cantautore ein echter Geheimtipp, der seinen Kollegen mit italienischem Pass in nichts nachsteht. Seine Texte sind filigran, sein Gesang klar und deutlich, die Arrangements schlicht und melancholisch.
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Einem Bericht der rechts-konservativen Tageszeitung “Il Giornale” (Eigentümer: Paolo Berlusconi) zufolge, hat die italienische Verbraucher-Organisation Codacons das Aussetzen des Endresultats des diesjährigen Sanremo-Festivals gefordert. Die Organisation berichtet über mögliche Manipulationen beim Televoting des Sanremo–2010-Festivals durch Agenturen, die ganze Stimmpakete bei Televotings verkaufen (sie werden über Callcenter abgewickelt). Der Hintergrund ist klar: Wenn es bei Sanremo auch um wirtschaftliche Interessen geht, dann könnte es sehr wohl wahrscheinlich sein, dass Labels oder Produzenten versuchen, möglichst viele Stimmen zu kaufen, um ihren Gewinn durch gesteigerte Käufe zu maximieren. Das Televoting in der jetzigen Form verifiziert nicht den Anrufer als Person (und nicht als angestellten einer Firma, die für einen Auftraggeber aus der Musikbranche anruft) oder wie oft er angerufen hat.
→ Codacons: “Televoto pilotato, sospendere il risultato del festival auf ilGiornale.it vom 21.02.2010
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Mit etwas mehr Abstand als bisher üblich, möchte ich noch schnell einige Anmerkungen zum Finaltag des 60. Festival della canzone italiana di Sanremo loswerden, wobei ich ja die Gewinner schon genannt habe:
- Valerio Scanu – Per tutte le volte che…
- Pupo, Emanuele Filiberto e Luca Canonici – Italia amore mio
- Marco Mengoni – Credimi ancora
Ich denke, ich habe schon genügend zu den Songs gesagt (sei es in den Blogbeiträgen, sei es in den Kommentaren), so dass ich den unfassbaren zweiten Platz von Pupo und seinen Pupi nicht ausführlich kommentieren muss. Dass die anderen beiden Top-Platzierungen von Castingshow-Teilnehmern belegt werden, war vorherzusehen, dass von diesen beiden die “harmlosere” Nummer gewinnt, ist eine Tendenz, die sich in Sanremo seit einigen Jahren beobachten lässt.
Auf den Seiten der Tageszeitung Repubblica (Link, s. unten) konnte man den schlechtesten Song des Festivals wählen. Hier sah das Ergebnis ganz anders aus und bestätigt auch die heftigen Publikums- und Musiker-Reaktionen am Final-Abend. Demnach sieht die Top 3 der schlechtesten Songs so aus:
- Pupo, Emanuele Filiberto e Luca Canonici – Italia amore mio – 78% (!!!)
- Valerio Scanu – Per tutte le volte che… 6%
- Toto Cutugno – Aeroplani – 4%
und umgekehrt sind die am wenigsten schlechten Songs demnach:
- Irene Grandi – La cometa di Halley – 0%, nur 146 Stimmen
- Malika Ayane – Ricomincio da qui – 0%, 236 Stimmen
- Noemi – Per tutta la vita – 0%, 236 Stimmen
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Gerade ist die 60. Ausgabe des Festival della canzone italiana di Sanremo zu Ende gegangen und siehe da: Ich lag gar nicht mal so falsch:
Gewonnen hat
vor
- Marco Mengoni – Credimi ancora
- Pupo, Emanuele Filiberto con il tenore Luca Canonici – Italia amore mio
Vor allem Pupo & Co. haben im Teatro Ariston einmal mehr für Tumulte gesorgt, vor allem als bekannt wurde, daas das Trio im “Superfinale” der letzten drei gelandet sind, die die ersten drei Plätze unter sich ausmachen. Aber offenbar gab es draußen genügend Leute, die das nationalistische Geblubber toll fanden. Ich hatte ja schon zuvor vor dem Televoting gewarnt. Gewonnen hat der harmloseste, austauschbarste und langweiligste Song im Feld. Der extravagante Marco Mengoni war dann doch eine Nummer zu abgedreht, Pupo & Co … naja, kein Kommentar. Ich geh ins Bett, morgen gibt es noch die Nachlese: Es ist vorbei.
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OK, zwölf Stunden vor dem Finale beim 60. Festival della canzone italiana di Sanremo noch ein wenig Brainstorming (und gerne dürft ihr mittippen – nutzt die Kommentarfunktion). Mit Prognosen kann man richtig oder falsch liegen, aber ich kann ja dennoch versuchen zu erraten, welche Songs heute Abend weit vorne landen werden. Wenn ich die Publikumsreaktionen und meine Einschätzung des derzeitigen italienischen Massengeschmacks richtig deute, dann könnten
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Es beginnen die Entscheidungen beim 60. Festival della canzone italiana di Sanremo: Gestern wurde aus den vier verbliebenen Konkurrenten der Giovani-Kategorie der Sieger gekürt. Mit “Il linguaggio della resa” (zu Deutsch Die Sprache der Aufgabe) von Tony Maiello gewinnt eine typische Italo-Pop-Nummer von der Stange, radiotauglich und aalglatt, ein bisschen sentimental, ein bisschen kitschig, mit einem niedlich aussehenden Sänger. Die Zielgruppe von Maiello ist klar: Ich bin es nicht Immerhin: Meine Favoritin der Giovani Nina Zilli mit “L’uomo che amava le donne” (zu Deutsch Der Mann, der die Frauen liebte ) erhielt den Mia-Martini-Kritikerpreis, ein renommierter Preis, einer von vielen, die in der Sanremo-Woche verliehen werden. Was ich ein bisschen ärgerlich finde ist, dass Maiello in der Debütanten-Kategorie startete, obwohl er in der Casting-Show X-Factor bereits Erfahrungen sammelte und sich eine kleine-MädchenFan-Basis aufbauen konnte. Einmal mehr bewahrheitet sich meine Theorie, dass Sanremo ein Spiegel der italienischen Gesellschaft ist: Komplexe, kantigere, unbequeme Songs hatten dieses Mal keine Chance – geliebt wird wer auf das Bewährte setzt, das Bekannte wiederholt und nach außen den Schein wart.
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 Sanremo 2010 - Logo, © rai.it
Der dritte Tag des 60. Festival della canzone italiana di Sanremo hätte eigentlich ein wenn nicht angenehmer, dann doch zumindest kurzer Abend werden können: Doch es kam alles anders und alles viel, viel schlimmer:
Dabei begann der Abend ganz harmlos mit dem Wettbewerb der fünf an die vorigen Tagen heraus gewählten Titeln. Die Künstler waren angehalten, dass sie das Arrangement des Songs verändern und so hörte man die Song-Nieten in leicht veränderter Fassung, meistens hatten man sich einige “Gäste” dazugeholt, die dann mitträllern durften. Es war grauenvoll, wirklich grauenvoll, wie die abgehalterten Säcke (Toto, Pupo, Nino) und die untalentierten Mädchenschwärmen (Valerio, Sonohra) sich auf der Bühne mit den Tönen abmühten. Den absoluten Tiefpunkt markierte der ewige Schlagerpimpf Pupo (zu Deutsch: Kind, im übertragenen Sinn von der Kleine (das stimmt°) oder der Niedliche (das stimmt nicht!!)), der mit dem letzten italienischen Kronprinzen Emanuele Filiberto das unerträgliches Liedchen “Italia, amore mio” trällerte, in dem es nur vor Stolz, Nation, Religion, Gerechtigkeit und dem ganzen Sermon wimmelt.
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