Endlich! Der traditionsreiche Bunga-Bunga-Kult wurde in einem anspruchsvollen Spiel pädagogisch sinnvoll umgesetzt!
OK, eigentlich ist es eine Werbemail, die ich da bekommen habe, der Gegenstand der Werbung ist allerdings so interessant, dass ich ihn euch nicht vorenhalten möchte.
Endlich: Das Spiel für’s iPhone, für den iPad und Android: Angry Bunga!
Glaubst Du auch, dass ständig jemand Deine (ja Deine!) persönliche Freiheit beschneiden will? Siehst Du auch überall die rote Gefahr? Fühlst Du Dich verfolgt von bösen Staatsanwälten, Journalisten und der hinterhältigen (kommunistischen) Opposition? Dann ist Angry Bunga genau das richtige Spiel für Dich!
Oh, es gibt so viele Hindernisse, die man bewältigen muss: Gerichtsprozesse, Müll, Top-Models. Wie kann man da bloß bestehen? Oh, keine Sorge! Du hast Bananen, Liebesäpfel, Müllsäcke … und massenweise Geldsäcke!
Vermeide den großen Sex-Skandal in dem Du Showgirls, Hostessen und blutjungen Daddy’s Girls einige Gefälligkeiten erweist. Nutze hierfür alle Waffen, die Dir zur Verfügung stehen und werde der ewig junge, alle Herzen erobernde, unwiderstehlich sympathische Gouverneur. Errichte Deinen Thron in der großartigen, völlig fiktiven Angry Bunga Banana Republic!
Android Market: Angry Bunga → http://bit.ly/kgTd65 (0.99 $, es gibt auch eine kostenlose, werbefinanzierte Version)
Und bevor ihr fragt: Nein, ich habe keinen wirtschaftlichen Nutzen von der Werbung für dieses Spiel. Ich verdiene nichts daran, ich mache es nur so, aus Boshaftigkeit. Und weil es bezeichnend ist, wie tief Berlusconi im Ansehen der Bürger (mancher Bürger, vieler Bürger, vermutlich der meisten Bürger) gefallen ist.
Oh, Silvio, es hat nichts genutzt! Gar nichts genutzt. Die vier Referendum des Pfingstwochenendes erreichen mit ca. 57% (noch läuft die Auszählung und ich stütze mich auf sehr stabile Hochrechnungen, aktuelle Zahlen → hier) deutlich die geforderte Mindestbeteiligung von 50% (+1 Stimme). Bei ihnen ging es um den Bau neuer Atomkraftwerke (und Zwischen-/Endlager), die Privatisierung und Kommerzialisierung der Wasserversorgung und – last but certainly not least – um den Schutz der höchsten politischen Amtsträger (also des Ministerpräsidenten Berlusconi, c’mon, um ihn ging es wirklich in personam) vor juristischer Strafverfolgung. Berlusconi und seine demagogisch äußerst beschlagene Regierungsmannschaft hatten in den vergangenen Wochen öffentlich zum Wahlboykott aufgerufen (“Also ich fahre ans Meer”), aber es hat nichts genutzt.
95% der Wähler gegen die expliziten Berlusconi-Pläne
Die Italiener haben offensichtlich über alles politische Lagerdenken hinweg sämtlichen Lieblingsprojekten und Gesetzesvorhaben der rechtspopulistisch/wirtschaftlich-neoliberalen Regierung Berlusconis eine klare, geradezu kommunistische Absage (ha! Beccati questo, Berlusca!) erteilt. Mit geringen Abweichungen untereinander haben die Italiener mit 94-95% gegen die Pläne von Berlusconi und seiner Lakaien gestimmt: Das Wasser bleibt in öffentlicher Hand und darf nicht zum Profit- und/oder Privatunternehmen umgedeutet werden; der von der Regierung illegal propagierte Wiedereinstieg in die Atomenergie (Italien hatte sich bei einem Referendum 1987 schon einmal rechtsverbindlich zu 80% gegen die Atomkraft ausgesprochen und war eigentlich damit das erste G7-Land, das den Atomausstieg aktiv beschlossen hatte) und die sogenannte Lex Berlusconi, die Regelung, die die höchsten politischen Amtsträger (Ministerpräsident, Parlamentspräsident, Staatspräsident etc.) von der Pflicht befreien sollte, sich vor Gericht zu verantworten zu müssen, wurden quasi einstimmig – mit satten weit-über-90-Prozent-plus-fettes-X-Mehrheit (wie bei den Kommunisten, vor denen Berlusca immer warnt, hihi) abgelehnt, bei einer Wahlbeteiligung, die es in Italien bei nationalen Referendums schon lange nicht mehr gegeben hat. Den Rest des Eintrages lesen »
Die linke Tageszeitung L’Unità bringt es mit seiner heutigen Schlagzeile der Print- und der Web-Ausgabe auf den Punkt: Grazie Italia, Danke Italien. Man hätte schon fast den Glauben daran verlieren können, dass das italienische Volk jemals aus der medialen, propagandistischen Einlullung der rechtspopulistisch/ wirtschaftliberalen Regierung Berlusconis und seiner Lakaien und Schergen und ihrer Medienmacht aufwacht, aber spätestens bei den Stichwahlen am Wochenende haben die Italiener von Norden nach Süden eindrucksvoll bewiesen, dass sie sich nichts mehr vormachen lassen wollen und dass sogar die wenig überzeugende Opposition in Italien eine bessere Alternative zum Status Quo darstellt.
Mailand: 55,1% für den Bürgermeisterkandidaten des Mitte-Links-Bündisses Pisapia, 44,9% für Berlusconis ausdrückliche Kandidatin Moratti
Neapel: 65,4% für den erklärten Berlusconi-Gegner De Magistris, 34,6% für den Berlusconi-Mann Lettieri
Cagliari: 59,4% für den Mitte-Links-Kandidaten Zedda, 40,6% für den Mitte-Rechts-Kandidaten Fantola
Triest: 57,5% für den Mitte-Links-Kandidaten Cosolini, 42,5% für den Mitte-Rechts-Kandidaten Antonione
Schon im ersten Jahrgang vor zwei Wochen waren die absoluten Mehrheiten in den wichtigen Städten Turin, Bologna und Olbia an die Mitte-Links-Kandidaten gegangen.
Insgesamt konnten Mitte-Links-Kandidaten in 60 Gemeinden die erforderliche absolute Mehrheit erringen, das sind 11 mehr als bei den Kommunalwahlen 2006. Erstaunlich ist, dass die Regierungskoalition auch viele ihrer Hochburgen im Norden und im Süden verloren hat – vor allem in den großen Städten sitzen nun “Kommunisten” (wie Berlusconi sich auszudrücken pflegt) im Stadtrat. Den Rest des Eintrages lesen »
Die meisten meiner Twitter- und Facebook-Freunde wissen es längst: Ich bin derzeit auf Sardinien, wo ich mit meiner Partnerin Petra einige Tage (wohlverdienten, wie ich meine) Urlaub verbringe. Da ich das Glück habe, dass meine Familie und ich eine Wohnung in Cala Gonone besitzen, ist das schöne Dorf im Golf von Orosei unsere Basis, von der wir ab und zu das Umland erkunden. Oder eben nicht, wenn wir einfach nur den Frühling hier am Ort genießen, der uns ans Herz gewachsen ist.
Hier ein paar Impressionen aus dem diesjährigen Urlaub:
Falls ihr weitere Bilder aus unserem Sardinien-Urlaub sehen wollt, dann schaut doch mal in Petras Reise- und Ausflugsblog vorbei. Dort findet ihr unter der Tag “Sardinien” eine ganze Reihe schöner photographischer Impressionen aus Sardinien im Frühling. Und quasi täglich kommen neue Bilder dazu.
Am Karfreitag habe ich euch ja schon in einem kurzen Video den Cantautore Roberto Billi an Herz gelegt. Zum heutigen Feiertag möchte ich euch, quasi als musikalische Begleitung für den Feiertag, seine zwei Alben “Diario di un equilibrista” (Tagebuch eines Seiltänzers) und “Modernamente demodé” (Modern altmodisch) wärmstens ans Herz legen. Beide sind bereits 2008 erschienen (ein neues Album namens “MalinComico” ist in Vorbereitung) und beide stehen zum kostenlosen Download (als MP3s) im Downloadbereich seiner Homepage bereit.
Mit den besten Wünschen für ein wundervolles, hoffentlich frühlingshaft-warmes Oster-Wochenende stelle ich euch heute den Cantautore Roberto Billi aus Rieti vor. Seine originellen, witzigen und gut komponierten Stücke finden sich in den letzten Wochen immer häufiger in meiner Playlist.
Bevor ich euch am Ostersonntag seine Musik noch etwas genauer vorstelle, stellt er sich und sein Leben in diesem kurzen, sympathischen Clip selbst vor.
Nein, von meiner Seite kein Kommentar zum Prozessauftakt in Mailand gegen Silvio Berlusconi (Was kann man da schon groß sagen außer das berühmte »ick kann jar nich soville fressen, wie ich kotzen möchte« von Max Liebermann, das mir so oft bei skrupellosen Politikern und widerlichen Zeitgenossen in den Sinn kommt), stattdessen etwas, was an dieser Stelle zwar Offtopic ist (denn es hat eigentlich nichts mit Italien zu tun), aber mir dennoch wichtig ist. Vielleicht mag sich ja der eine oder andere italia-blog.de-Leser doch damit beschäftigen.
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Der gebürtige Londoner James Fahy (aka. ambienteer) ist einer der produktivsten und interessantesten elektronischen Musiker, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe (Insider wissen, dass ich mit dem Schreiben über Musik mein Geld verdiene und damit meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe). James engagiert sich für die britische Autisten-Hilfe National Autistic Society, die dort, wie so vieles, unter den massiven Kürzungen im Sozialbereich der konservativ-liberalen Regierung leidet und mehr denn je auf Spenden angewiesen ist.
Nun hat James vor einigen Tagen eine Kampagne gestartet, die ein wenig Geld für die National Autistic Society sammeln soll. Wenn man bis zum 30. April einen Betrag nach Wahl bei seiner Kampagne spendet, kann man seine gesamte Diskografie, also (wenn man möchte) alle 24 Alben herunterladen. Schon die schiere Menge und der noble Anlass wären Grund genug, um etwas Geld zu spenden, aber ich betone an dieser Stelle: Es ist wirklich sehr gutes und erstaunlich abwechslungsreiche Musik dabei. Sobald man spendet (bitte die eMail-Adresse angeben!) bekommt man auf der Bestätigungsseite einen Link zur der Downloadseite auf der Ambienteer-Homepage (s.oben ↑), auf der man alle Alben per Mausklick kostenlos herunterladen kann. Außerdem erhalten die Spender nach der Kampagne eine exklusive EP, die nicht “regulär” zu beziehen sein wird.
Hier geht es zur Spendenseite (Paypal und Kreditkartenzahlung sind möglich):
Einen etwas ausfürhlicheren Artikel über diese Aktion habe ich in meinem Musik-Blog auf about-music.de veröffentlicht. Dort finden sich auch einige Klangbeispiele.
Ja, ich weiß, es gibt viele Spendenaktionen und es gibt viele Möglichkeiten Gutes zu tun. Aber irgendwo muss man auch mal anfangen. Oder, um es mit einem Zitat zu sagen (denn schließlich habe ich den Artikel ja auch mit einem Zitat begonnen);
»Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.« (Erich Kästner)