Archiv für Februar 2012

Logo Sanremo 2012 (c) rai.itEine der größten Enttäuschungen des 62. Festival della Canzone Italiana aka. Sanremo 2012 war wohl die Nachwuchs-Sektion, jetzt trendy umbenannt in Sanremo Social unter halbherziger Einbindung von Facebook. Die vorgestellten acht Nummern waren zum größten Teil erschreckend bieder und belanglos, die jungen Hüpfer eher mäßig talentiert und durch das aufgeblasene Konzept der Sanremo-Woche wurden die Nachwuchs-Acts, einst der ganze Stolz des Festivals, völlig an den Rand gerückt. Mir ist es unverständlich, wieso die arrivierten Acts ihre Songs x-mal präsentieren dürfen, während für die Hälfte der Nachwuchskünstler das Festival nach dem ersten Auftritt beendet ist, weil jeweils zwei Acts in einem ‘Battle’ gegeneinander antreten. Doofe Regeln, die belegen, dass es bei Sanremo gar nicht mehr um die Musik geht, sondern um das Lancieren von neuen Platten arrivierter Künstler, die von Plattenfirmen gerade promotet werden.

Bei Sanremo Social hatten offenbar dieses Jahr die kleinen Mädchen die flinkesten Finger beim Televoting (wie generell bei Casting-Shows wohl der Wähler-Anteil der jungen Mädchen überdurchschnittlich ist), denn es wurden vorzugsweise ‘süße Jungs’ gewählt, deren Lieder zwar mäßig waren, die aber dafür über die aktuelle Justin-Bieber-Frisur verfügten.
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Logo Sanremo 2012 (c) rai.itDie vielleicht größte Überraschung des 62. Festival della Canzone Italiana aka. Sanremo 2012 war für mich die Sängerin Arisa. Ich hatte die junge Süditalienerin als äußerst skurrile, aber wirklich nicht sonderlich geschmackssichere, teilweise sogar extrem nervtötende Interpretin nichtssagender, auf altmodisch getrimmter Ohrwurm-Lieder kennengelernt. Beim Publikum kam sie damit allerdings ziemlich gut an: Sie hatte bei Sanremo 2009 den Nachwuchswettbewerb mit einer elend nervigen Nummer gewonnen und wusste sich im Folgejahr bei den Big mit einer ähnlich gearteten Nummer ebenfalls gut in Szene zu setzen. Vielleicht bin ich zu alt für diese Art von Ironie? Ich fand sie in Vergangenheit auf jeden Fall ziemlich schrecklich.
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Logo Sanremo 2012 (c) rai.itDas 62. Festival della Canzone Italiana aka. Sanremo 2012 ist Geschichte, die Gewinner sind gekürt, die Skandale sind ausgekostet, die Kritik beruhigt sich langsam. Unterm Strich bleibt ein es ein durchschnittliches Festivals mit vielen mediokren Songs, wenigen Highlights aber immerhin auch weniger Totalschäden (anders als in den letzten Jahren). Auf ihre trashige Art fand ich die blöde, peinliche Discopop-Nummer von Gigi D’Alessio und Loredana Berté sogar weniger schlimm (im Sinne von nervig und peinlich), als die vergleichbaren Beiträge der letzten Jahre von Patty Pravo, Al Bano (Sanremo 2011) oder – ganz ganz schlimm – Pupo, Emanuele Filiberto e Luca Canonici und Povia (Sanremo 2010).
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