OK,  zwölf Stunden vor dem Finale beim 60. Festival della canzone italiana di Sanremo noch ein wenig Brainstorming (und gerne dürft ihr mittippen – nutzt die Kommentarfunktion). Mit Prognosen kann man richtig oder falsch liegen, aber ich kann ja dennoch versuchen zu erraten, welche Songs heute Abend weit vorne landen werden. Wenn ich die Publikumsreaktionen und meine Einschätzung des derzeitigen italienischen Massengeschmacks richtig deute, dann könnten

ganz weit vorne laden und meine besonderen Freunde Pupo, Emanuele Filiberto con il tenore Luca Canonici werden einen respektablen Platz in der Top 5 belegen. Außenseiter-Chancen sehe ich bei der nicht-angepassten Noemi (“Per tutta la vita“), derweil die stimmlich überragende Malika Ayane (“Ricomincio da qui“) einen Song gewählt hat, der zu viele Hördurchgänge braucht, um wirklich vielen zu gefallen. Zu viel Klasse… Die Ayane und Noemi (wenn sie nicht übertreibt beim Gesang) sind dann auch meine persönlichen Favoriten beim diesjährigen Festival (Fabrizio Moro ist ja ausgeschieden, der wäre noch dazu gekommen), doch wie schon beim meinem Eintrag zum  ersten Tag gesagt: »Alle Künstler präsentierten biedere, uninspirierte Songs (…) sowohl die Auswahl der teilnehmenden Künstler, als auch deren Songs bewegte sich noch einmal unter dem ohnehin schon dürftigen Niveau der letzten zwei, drei Jahre.« Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich nach einigen Hördurchläufen (im TV und auf der Videoseite, immer wenn ich diese Artikel schreibe) doch der eine oder andere Song ein wenig im Kopf festsetzt.

Generell werden es alle schwer haben, sich gegen die Casting-Show-erprobten Teilnehmer Marco Mengoni, Valerio Scanu und vielleicht auch Noemi durchzusetzen, die sich eine Televoting-erprobte Fanbase aufgebaut haben. Ich gebe zu bedenken, dass mit Marco Carta letztes Jahr schon einmal ein Talentshow-Teilnehmer gewonnen hat – und zwar mit deutlichem Abstand vor … Povia. Ich erwarte nichts Gutes, aber ich guck es :-)

2 Antworten zu “Sanremo 2010 – Prognose zum Finale”
  1. Claudius sagt:

    Vorrausgeschickt, ich habe nicht alles aus Sanremo gesehen, da ich ab und zu das Skifahren, bzw. Skistürzen in Vancouver interessanter fand, aber grundsätzlich teile ich deine Einschätzung: Die meisten Lieder habe ich schon während der Werbepause wieder vergessen. Valerio Scanu fand ich unterirdisch. Noemi ganz gut und Fabrizio Moro hat mir auch gefallen. Aber für die Massen war er wohl zu sehr gegen den Strich gebürstet (bzw. die Bandmitglieder gar nicht gebürstet und gekämmt.) Ich tippe auf Pupo oder (sorry) Arisa mit ihrem pupertierenden Schulmädchencharme, auch wenn die Dame schon 27 ist.

  2. Karin Schierwater sagt:

    Als „Hobby-Italiener“ verfolgen wir jetzt das 3. Jahr mit mehr oder weniger starker Begeisterung das „Festivale Sanremo“, aber ich kann nur beipflichten, das Event flacht ab. Zu Zeiten von Pippo Baudi waren wenigstens die Roben der Damen noch ansehenswert. Aber was uns die Moderatorin, deren Namen mir regelmäßig entfällt, und mir immer wieder von meinen Ehemann soufliert werden muss „Sinora Clerici“ da bietet, ist unter aller Würde: mal erscheint sie als „Rauschegold-Engel“, mal als Fisch – vermutlich ein Saibling- eines steht dennoch fest: beide Lebewesen sind deutlich schlanker in ihrer natürlichen Gestalt.
    Musikalisch überzeugen nur wenige Interpreten. Arisa ist einfach nur peinlich – bei der Stimme könnte selbst ich in Sanremo auftreten. Toto Cutugno hat seine besten Zeiten längst hinter sich und dürfte als Support maximal die Schleppen der Roben der jungen Damen tragen. Warum tut er sich das an? Das Fabrizio Moro ausgeschieden ist, ist mehr als gerecht. Hat er sich jemals überlegt seinen Texter und seinen Komponisten zu verklagen? Oder, noch schlimmer, hat er es gar selbst verbrochen? Allein sein Outfit ist eine Beleidigung des Publikums. So etwas wäre einem Eros oder einem Luciano nie passiert! Noemi befindet sich wohl aktuell im Stimmbruch. Immerhin hat ihr Designer sich Mühe gegeben, Ihre Kilos zu verbergen. Bei Pupo, Emanuele Filiberto und Luco Canonici reichen meine rudimentären Italienisch-Kenntnisse wohl nicht aus, um den möglicherweise vorhanden intellektuellen Tiefgang zu durchschauen. Zu Enrico Ruggeri fällt mir gar nichts mehr ein– so grottenschlecht war er. Bei Povia wird die „Sozial-Kritik“ langsam peinlich. Sollte er nächstes Jahr auch wieder starten, hoffe ich auf eine neue Idee.
    Stimmlich überzeugt zwar Valerio Scanu, aber er hat den Rock einer Schlaftablette. Malika Ayane ist mein absoluter Favorit, sowohl hinsichtlich Stimme, als auch Ausstrahlung. Marco Mengoni hat eine Stimme, die sich in den nächsten Jahren hoffentlich noch weiterentwickeln wird. Irene Grandi ist annehmbar.
    Meine Wunsch-Siegerin wäre Malika Ayane und ich drücke ihr die Daumen.

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