Archiv für November 2009

Berlusconi Rockstar

Rolling Stone Italia, 12-09 // Bild © Rolling Stone

Der italienischen Ausgabe des Musikmagazins Rolling Stone hat mit ihrer heute erscheinenden Dezember-Ausgabe offenbar ein Überraschungscoup gelandet, wählte sie doch den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zum “Rockstar des Jahres”.

In einem Kommuniqué zur einstimmigen Wahl der Redaktion heißt es: »Die Entscheidung Silvio Berlusconi zum “Rockstar des Jahres” zu küren, wurde von der Redaktion aufgrund der Fähigkeit des Cavaliere getroffen, wie kein anderer im Rampenlicht zu bleiben und aufgrund seines Lebensstils, würdig eines wahren Rockstars«. Und der Chefredakteur Carlo Antonelli präzisiert zum Lebensstil Berlusconis »Die Rod Stewarts, die Brian Jones, die Keith Richards der goldenen Ära waren Anfänger im Vergleich; die “Neverland-Ranch” von Michael Jackson ist nur eine kleine Dachstube im Vergleich zur Villa Certosa usw.«

Silvio Berlusconi stach bei der Wahl sowohl den US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama, als auch den Papst Benedikt XVI.  alias Joseph Alois Ratzinger.

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Soziale Netzwerke gewinnen immer mehr an Bedeutung, wenn es um die spontane und undogmatische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen geht. In Foren, auf Blogs, bei Twitter und auf Facebook (und vermutlich auch in zahlreichen anderen lokalen, nationalen und internationalen sozialen Netzwerken) organisiert sich immer öfter der Widerstand gegen die eingerostete Politik. Einen geradezu spektakulären Zulauf hat die auf Facebook von demokratischen Bloggern gegründete Initiative “No Berlusconi Day” (auch “No B-Day” oder “nbd”) die am 5. Dezember in ganz Italien und mittlerweile auch in zahlreichen Großstädten im Ausland (u.a. Amsterdam, Berlin, Buenos Aires, London, Madrid, Montreal, New York, Paris, San Francisco, Wien) Kundgebungen plant, bei denen der Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gefordert werden soll.

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Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat in einem Interview mit dem populären italienischen Fernsehjournalisten Bruno Vespa klargestellt, dass er auch im Falle einer Verurteilung bei den schwebenden Verfahren nicht zurücktreten werde: »Noch habe ich Vertrauen darin, dass es  gewissenhafte Justizbeamte gibt, die gewissenhafte Urteile aufgrund von Fakten fällen. Wenn es eine Verurteilung in Prozessen wie diesen geben sollte, dann stünden wir vor solch einer Verdrehung der Wahrheit, dass ich dies als Hauptmotivation empfinden würde, im Amt zu bleiben, um die Demokratie und den Rechtsstaat zu verteidigen«.

Bei einer Verurteilung wegen Korruption droht Silvio Berlusconi nicht nur eine empfindliche Geldstrafe, sondern gegebenenfalls auch mehrjährige Haft.

Berlusconi a Vespa: “Anche se condannato resterei al mio posto per la democrazia” auf repubblica.it

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