«Viva l’Italia, viva Berlusconi!» So pathetisch (und selbstverliebt) beschließt der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi seine Wutrede gestern Abend vor der Presse nach der Entscheidung des höchsten italienischen Verfassungsgerichtes, sein Immunitätsgesetz als verfassungswidrig einzustufen. Mit unverhohlenem Hass drischt er auf die Justiz ein, die ‘linke Presse’ («Wir haben 72% der Presse, die links ist») und auf den Staatspräsidenten (einem Ex-KPI-Mitglied), von dem man ja wüsste, auf welcher Seite er steht. Berlusconi kündigte nachdrücklich an, dass er auf jeden Fall weitermachen wird und dass die anstehenden Prozesse allesamt eine Farce seien, gesteuert von einer linken, gut organisierten Justiz.

Hier seine Wutrede im Filmausschnitt und darunter die Übersetzung:

«Nichts, es geschieht nichts. Wir machen weiter, wir haben fünf Jahre mit oder ohne das Gesetz regiert, wir machen weiter. Ich habe niemals daran geglaubt, denn bei einem Verfassungsgericht mit elf linken Richtern, war es unmöglich, dass sie das Gesetz passieren lassen. Nach allem möchte ich sagen: Wie lautet die Quintessenz? Glücklicherweise gibt es Silvio, denn wenn es Silvio mit seiner Regierung und der Unterstützung von 70% der Italiener nicht gäbe, wären wir in der Hand einer Linken, die aus unserem Land das machen würde, was ihr alle wisst. Also gut: Wir haben eine Minderheit von roten Justizbeamten, sehr gut organisiert, die die Justiz zum politischen Kampf nutzen, das wäre eines. Wir haben 72% der Presse, die links ist; wir haben alle politischen Sendungen im staatlichen Fernsehen, bezahlt vom Geld aller, die links sind; sie nehmen uns auch bei den Unterhaltungssendungen auf den Arm; das Staatsoberhaupt, da wisst ihr selbst, auf welcher Seite er steht; wir haben elf Richter im Verfassungsgericht, die links sind, gewählt von den drei Spitzen der linken Regierung, die aus dem Verfassungsgericht nicht ein Kontrollorgan machen, sondern ein politisches Organ. Wir machen weiter, die Prozesse, mit denen sich mich überziehen werden, sind eine echte Farce, ich werde einige Stunden meiner öffentlichen Arbeitszeit abziehen um dort hinzugehen und sie aller Lügen zu entlarven. Diese Sachen machen mich wütend, sie machen die Italiener wütend: Es lebe Italien, es lebe Berlusconi.»

2 Antworten zu “Berlusconis Wutrede vor der Presse (mit Übersetzung)”
  1. sigrid sagt:

    danke schön für deinen interessanten blog und für die übersetzung dieser unsäglichen rede.
    war mir garnicht so bewusst, dass die italienische presse quasi in der hand der linken ist ;-)
    ich dachte, sie gehört komplett silvio, dem großen.

    du hast eine neue leserin :-)
    grüße – im moment aus rom, aber eigentlich aus bremen. vielleicht schaust du ja auch mal bei meinem blog vorbei: http://www.o-solemio.de/blog/
    sigrid

  2. sal sagt:

    Das schöne an Silvio dem Großen ist, dass er uns “Wahrheiten” über sich, Italien und die Welt erklärt, die man sonst nicht wüsste. Und die es sonst wohl auch nicht gäbe…
    Mir wäre auch neu, dass die italienische Presse zu 3/4 (wo hat er eigentlich diese präzise Zahl her: 72%???) von den “Kommunisten” kontrolliert wäre. Und das Italien überhaupt kurz vor der Übernahme der Kommunisten (Nordkorea? China? Oskar Lafontaine?) steht. Es war mir auch neu, dass das Staatsfernsehen doch nicht gleichgeschaltet ist. “Meno male che c’è Silvio” kann man da ja nur sagen: Gott sei Dank gibt es Silvio ;-) Danke fürs Lesen, Deine Webseite kenne ich schon (ich liebe schon ihren Titel, hihi) und irgendwann mache ich ein gescheites Blogroll, wo wir uns alle vernetzen.

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