Am Wochenende fand in Rom eine beeindruckende Massendemonstration für Pressefreiheit und gegen die allgegenwärtige Medienmacht Berlusconis statt. Die wichtige Massenveranstaltung des anderen Italiens fand in der deutschen Presse nur mäßigen Widerhall (anders als in der englischen, spanischen und französischen, wo große Artikel in allen führenden Tageszeitungen veröffentlicht wurden) , obwohl sie doch Ausdruck einer durchaus lebendigen Opposition in Italien ist (nur sitzt diese eben nicht unbedingt im Parlament bei den Schnarchnasen des Partito Democratico (PD), sondern in der Redaktionen der freien und unabhängigen Tageszeitungen).Bei meiner “Hauszeitung”, dem Kölner Stadt-Anzeiger (der auflagenstärksten Tageszeitung im Köln-Bonner-Raum) wurde dann auch nur unvollständig über den Auslöser der Demonstration berichtet, von der Klage gegen die Kollegen von La Repubblica und L’Unità und der daraufhin initiierten Unterschriftenaktion mit mittlerweile fast 500.000 Unterzeichnern (italia-blog berichtete) für die Pressefreiheit und gegen die juristischen Einschüchterungsversuche Berlusconis ist leider überhaupt nicht die Rede.

So kommt zu der Politik-Karikatur, die Berlusconi selbst nach außen darstellt eine stark eingeschränkte Wahrnehmung der italienischen Alltagspolitik in der deutschen Öffentlichkeit und das in Zeiten, wo Italien starke und solidarische Nachbarn gut gebrauchen könnte, die einen, um sich langsam aus der berlusconischen Medienverblödung zu lösen, die anderen, um sich nicht vom demokratischen Europa allein gelassen zu fühlen.

Kritik an Berlusconis Medienmacht im Kölner Stadt-Anzeiger

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