Ein religiöser Sturm im Wasserglas, so könnte man die Quintessenz nennen, die die Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera in seinem Artikel «L’inno insulta Maometto» (zu Dt.: Die Hymne beleidigt Mohammed) über den aktuellen Streit um die Vereinshymne von Schalke 04 zieht. In den türkischen Blättern wurde Anstoß an der Zeile im Vereinslied des Gelsenkirchener Fußballvereins genommen, in der es heißt:

Mohammed war ein Prophet,
Der vom Fußball spielen nichts versteht (…)

“Mangelnder Respekt von dem Propheten” wird den Schalkern medienwirksam vorgeworfen und der Zentralrat der Muslime in Deutschland setzt noch einen drauf, in dem er die angebliche Beleidigung in die Nähe der (rassistischen) Morde von Dresden stellt. Man habe Verständnis für die «Zornesröte im Gesicht» der Gläubigen «gerade nach dem schrecklichen Mordfall von Dresden». Wow, so gängelt man Deutsche am besten, immer gleich mit der Rassismus-Keule kommen.
Der Corriere della Sera weist in seinem Artikel (leider) nicht auf diese besonders deutsche Empfindlichkeit hin, führt aber ausführlich das politische Dilemma aus, in dem sich die Schalker nun aus heiterem Himmel befinden. Die türkischen Medien hatten dazu aufgerufen die Spiele der Schalker zu boykottieren, solange nicht die Zeile aus dem Vereinslied gestrichen wird.

Das Blatt verweist in seinem Artikel auf weitere Beschwerden religiöser Gruppen über Schalkes Fankultur. So gab es bereits in den 1960er Jahren wütende Proteste der Zeugen Jehovas über den damals populären Werbespruch

Niemand kommt an Gott vorbei … außer Stan Libuda

und später regten sich eifrigen Christen über die Fanzeitung “Schalke unser” auf.

Der Artikel schließt ab mit den versöhnlichen Tönen, die aus der türkisch-muslimischen Gemeinde zu hören sind, denn schließlich hieße es ja im Lied weiter

Doch aus all der schönen Farbenpracht
Hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht…

und das würde ja schließlich bedeuten, dass man auf Schalke sogar dem Propheten anerkenne und ihm sogar das “Erfinden” der Vereinsfarben zuspreche. «Dies ist keine Beleidigung, sondern eine besondere Verbeugung vor Mohammed», wird ein türkisch-stämmiger Schalke-Fan zitiert, der zur Ruhe rät und darauf hinweist, dass alles Ansichtssache sei.

Gli islamici contro lo Schalke: «L’inno insulta Maometto» auf corriere.it

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