Unerwartete Wende beim Schumacher-Comeback: Wegen physischer Probleme (genauer gesagt, des Nackens) muss der siebenmalige Champion auf sein angepeiltes Comeback in der Formel 1 als Ersatzfahrer für den verletzten Felipe Massa verzichten. Schumacher schreibt auf seiner Homepage dazu:

«Ich habe absolut alles versucht, dieses Comeback auf Zeit möglich zu machen, aber zu meinem größten Bedauern klappt es nicht. Die Schmerzen im Nacken, die nach dem privaten F1-Tag in Mugello auftraten, haben wir leider nicht in den Griff bekommen (…) »

und abschließend

«Ich bin zutiefst enttäuscht. Mir tut es wahnsinnig leid für die Jungs bei Ferrari und alle die Fans, die mir die Daumen gedrückt haben. (…) Ich wäre gerne für Felipe eingesprungen. Jetzt bleibt mir nur, dem gesamten Team die Daumen für die nächsten Rennen zu drücken.»

Die italienische Presse reagiert mit Verständnis und Enttäuschung auf die Mitteilung des Kerpeners. Die römische La Repubblica zitiert Fiat-Boss Luca Di Montezemolo mit den Worten «In diesen Tagen durfte ich seine großen Bemühungen und seine außerordentliche Motivation bewundern, die ihn beseelten und die das Team und die Fans auf der ganzen Welt mitgerissen hat. Seine Rückkehr hätte der Formel 1 gewiss gut getan und ich bin sicher, dass wir ihn um den Sieg hätten kämpfen sehen können.›

Die zur Fiat-Gruppe gehörende Turiner Tageszeitung La Stampa spricht von «einen Blitzschlag aus heiterem Himmel für die Ferrari-Fans und für alle Freunde der Formel 1» und der Mailänder Corriere della Sera bedauert «Nichts zu machen: Die großartige Rückkehr findet nicht statt».

Die größte italienische Sportzeitung Gazzetta dello Sport erinnert in ihrem Artikel an weitere Komplikationen beim Schumi-Comeback: «Um mit dem aktuellen Gefährt des Cavallino vertraut zu werden, hätte der Fahrer eine Ausnahmeregelung benötigt, die der Zustimmung aller Teams bedurft hätte: Williams sagten als erste “Nein”, gefolgt von Red Bull und Toro Rosso». Schumi hätte also erst beim ersten freien Training zum Grand Prix von Europa in Valencia am 23. August in den aktuellen Rennwagen steigen dürfen.

Ironie des Schicksals

Die Gazzetta und La Stampa erinnern sich wehmütig an die Ironie des Schicksals: Just am selben Datum, dem 11. August, da Schumacher den Verzicht auf eine Rückkehr erklärte, war vor 14 Jahren seine Vertragsunterzeichung bei Ferrari besiegelt worden.

Das große Comeback fällt aus, für den verletzten Felipe Massa wird Ferrari-Testfahrer Luca Badoer ins Cockpit steigen und für das springende Pferd auf Punktejagd gehen.
→  La rinuncia di Schumacher “Non posso sostituire Massa” auf repubblica.it
Clamoroso Schumi “Non corro più” auf lastampa.it
Schumi rinuncia al ritorno in F1 auf corriere.it
Clamoroso: Schumi rinuncia “Problemi al collo” auf gazzetta.it

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