Logo Lega NordDie Lega Nord führt seit Jahren  einen erbitterten Kampf gegen die “illegalen Flüchtlinge”, die sie für Drogen, Prostitution, Kriminalität, Verlotterung der (natürlich norditalienischen) Städte usw. verantwortlich macht. Immer wieder kommt es dabei von Seiten der zum Teil militant organisierten Organisationen der Lega zu tätlichen Übergriffen auf Einwanderer. Lega-Spitzenpolitiker verharmlosen diese Angriffe gerne als “legetime Gegenwehr” gegen die kriminellen Auswüchse, die die Einwanderer mit sich bringen.

Artikel auf corriere.it mit dem rassistischen Aufruf

Artikel auf corriere.it mit dem rassistischen Aufruf

Ein weiterer geschmackloser Tiefpunkt in Sachen unverhohlenem, tumben Rassismus von Seiten der rechtpopulistischen Lega Nord, ist ein (mittlerweile gelöschtes) Flugblatt auf einer Seite der Facebook-Gruppe der Lega Nord-Sektion aus dem venetischem Mirano (VE). Der Aufruf war so kurz wie eindeutig:

Padanien:
Illegaler Einwanderer
Foltere sie!
Es ist legitime Verteidigung.

Pikant dabei: Unter den namentlich sichtbaren Freunden gehörten eine Reihe illuster Parteifunktionäre provinzieller, regionaler und nationaler Ebene, die allerdings ihre “Freundschaft” schnell zurückzogen, als der Vorfall in den Medien publik wurde. Unter den “Freunden” befanden sich selbstredend Lega Nord-Chef Umberto Bossi und sein Sohn Renzo Bossi, der Abgeordnete Enzo Erminio Boso und der Fraktionsvorsitzende der Lega Roberto Cota, der sich allerdings als erster von den Prominenten von der Freundesliste gelöscht hat. Erst vor kurzem war die Lega Nord durch ihr Facebook-Spiel “Rimbalza il clandestino” (zu Deutsch etwa “Lass den Einwanderer abprallen“) in die Schlagzeilen gekommen. Das Spiel wurde ebenfalls von den Seiten des populären sozialen Netzwerks verbannt.

Die Lega rudert zurück – die Staatsanwaltschaft ermittelt

Mittlerweile bestreitet die Lega in Mirino die Urheberschaft des Aufrufs, mehr noch, sie bestreitet den Account bei Facebook selbst zu betreiben – die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Aufruf zum Rassenhass und zum Begehen einer Straftat. Der Bürgermeister von Mirino schäumt öffentlich vor Wut und spricht von einem Betrüger, dessen Machenschaften von der Linken benutzt werden, um gegen sie zu demagogisieren. Die Spitzen der Lega sprechen ebenfalls von Betrug: Die Aussage würde «auf keinen Fall die Prinzipien der Lega Nord widerspiegeln und ist niemals autorisiert worden».  Das Pamphlet selbst taucht mittlerweile auf zahlreichen anderen Seiten und Foren der Lega auf und scheint zumindest bei den einfachen Parteimitgliedern und Sympathisanten auf Zustimmung zu stoßen.

Braune Freunde in ganz Europa

Die Lega Nord unterhält freundschaftliche Beziehungen zu allen wichtigen rechtpopulistischen Parteien Europas, etwa die durch den Moscheestreit in Köln zu trauriger Berühmtheit gelangten rechten Biedermänner von Pro Köln, dem belgischen Vlaams Belang, der französischen Front National und den österreichischen Rechtsaußen-Parteien FPÖ und BZÖ und ist außerdem Koalitionspartner von Berlusconis Popolo della Libertà in der derzeiten Mitte-Rechts-Regierung Italiens.

«Tortura i clandestini!», indaga la procura auf corriere.it

Enzo Erminio Boso, già parlamentare leghista, e Roberto Cota,
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