Logo Lega NordInnerhalb der italienischen Koalition aus Popolo della Libertà und der Rechtsaußen-Regionalpartei Lega Nord gibt es offenbar Streit um das Engagement italienischer Truppen in Afghanistan im Rahmen der Operation Enduring Freedom.  Umberto Bossi, Vorsitzender der rechtspopulistischen Lega Nord, meldete in diversen Äußerungen Zweifel über das zukünftige Engagement italienischer Truppen an, nachdem diese in den vergangenen Wochen – ähnlich die deutschen Soldaten – verstärkt Ziel von Angriffen der Taliban-Kämpfer wurden.

Zwar beeilte sich Berlusconi in einer Pressekonferenz zu erklären, dass man keinen Kurswechsel vornehmen werde. Auf Bossis Anmerkungen angesprochen sagte er «Ich verstehe, dass ihr die Seiten eurer Zeitungen füllen müsst, aber dies hier ist heiße Luft. Es gab darüber eine witzige Anmerkung (von Umberto Bossi, Anm. d. Red), aber das bedeutet nichts. Die Maßnahme ist bereits am 23. Juli einstimmig von der Abgeordnetenkammer beschlossen worden.»
Kurz zuvor hatte Bossi erklärt, dass er überzeugt sei, «dass man über einen Rückzug der Soldaten nachdenken müsse», fügte aber sofort hinzu: «Ich werde das tun, was die Mehrheit beschließt». Dennoch führte Bossi weiter aus, dass die Afghanistan-Mission «sehr viel koste und beginne zu viele Todesopfer zu fordern. Es ist nicht so leicht Demokratie (in ein Land, Anm. d. Red.) zu bringen. Berlusconi glaubt daran, aber er ist ein Idealist. Ich glaube, es ist sehr schwierig.»
Bossi Ausführungen zur Problematik haben den Parlamentspräsidenten Gianfranco Fini, Nummer zwei der Berlusconi-Partei Popolo della Libertà (und möglicher Nachfolger) nicht überzeugt. Fini soll Bossis Äußerungen “doppeldeutig” genannt haben. Fini befürchtet durch die abweichenden Äußerungen eines Regierungsmitglieds eine Schwächung der Stellung Italiens innerhalb der Nato.

Mehr dazu (auf Italienisch) hier → Sull’Afghanistan, non cambiamo linea auf corriere.it

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