Strukturformel des RU-486-Wirkstroffs Mifepriston

Mifepriston, der RU-486-Wirkstoffs

In Italien ist nach teilweise heftigen Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern die sogenannte “Abtreibungspille” RU-486 von der italienischen Pharmaziebehörde Aifa (Agenzia italiana del farmaco) zugelassen worden. Da es sich um ein Medikament zur Schwangerschaftsunterbrechung handelt, wird die Pille nicht über Apotheken vertrieben werden, sondern ausschließlich in Krankenhäusern. In Italien ist die Verwendung des Medikamentes bis zum 49. Tag nach Empfängnis empfohlen worden (also der siebten Woche); bis zu diesem Zeitpunkt ist das Risiko des Medikaments deutlich geringer einzuschätzen als das eines chirurgischen Eingriffs. In Deutschland ist RU-486 unter dem Handelsnamen Mifegyne™ seit 1992 zugelassen und bis zur neunten Woche (63. Tag) zugelassen.

Der eindeutigen Fürsprache der zuständigen Kommission (im Verhältnis 4: 1) folgten zum Teil polemische Kommentare von Seiten der Politik. Vor allem die dezidiert christlich ausgerichteten Parteien wie die Unione di Centro (UdC; dt.: Union der Mitte) sprach nach der Entscheidung von der «Mörder-Pille» und dem «Triumpf der Todes-Kultur».

Noch heftiger die Reaktion des Vatikans, der klarstellte, dass für sie die Pille wie eine chirurgische Abtreibung ist und dass dies unmittelbare, automatische «Exkommunikation für den, der sie anwendend und den, der sie verschreibt» bedeute. RU-486 sei ein «tödliches Gift, kein Medikament», also «Sünde und Straftat, im moralischen und rechtlichen Sinne».

Quelle 1 → Ru486, via libera dall’Aifa La pillola abortiva in Italia auf repubblica.it

Quelle 2 → Pillola Ru486 arriva in Italia: Dura condanna del Vaticano auf unionesarda.ilsole24ore.com

Eine Antwort zu “Abtreibungspille RU-486 in Italien zugelassen”
  1. […] Die Zulassung wurde laut einem Bericht im Ärzteblatt schon Ende Juli erteilt. Der italienische Senat hat jedoch dem Drängen katholischer Geistlicher und auch zahlreicher Regierungsmitglieder nachgegeben und eine erneute Einschätzung verlangt. Daraufhin hat die Arzneimittelbehörde AIFA (Agenzia Italiana del Farmaco) die Entscheidung erneut überprüft und sie jetzt bestätigt. […]

  2.  
Hinterlasse einen Kommentar